Warum dürfen Laien keine Kommunion austeilen?

Leserbrief zum Beitrag „Wenn die Ausnahme zur Regel wird“
Neue KirchenZeitung, Nr. 45/2004, Seite 5

In einem Bei­trag der Neu­en Kir­chen­Zei­tung ging es um die Kom­mu­ni­on­hel­fer. Der Autor wies mit Bezug auf die Lit­ur­gie­in­struk­ti­on „Redemp­tio­nis sacra­men­tum“ dar­auf hin, dass nor­ma­ler­wei­se nur Pries­ter und Dia­ko­ne die Kom­mu­ni­on aus­tei­len dür­fen. Nur in „Not­si­tua­tio­nen“ kön­nen auch Lai­en als Kom­mu­ni­on­hel­fer ein­ge­setzt wer­den (eine Regel, die in Deutsch­land völ­lig an der Pra­xis vor­bei geht). Mein Leser­brief geht auf wei­te­re „Unge­reimt­hei­ten“ in der Lit­ur­gie-Instruk­ti­on ein.

Da kratzt sich doch der Laie nach­denk­lich am Kopf: Außer in Not­si­tua­tio­nen ver­bie­tet der Vati­kan den Lai­en, die Kom­mu­ni­on aus­zu­tei­len; nur Bischö­fe, Pries­ter und Dia­ko­ne sind dafür zuge­las­sen (Redemp­tio­nis sacra­men­tum, Absatz 154). Gläu­bi­gen ist es unter­sagt, die Hos­tie oder den Kelch selbst zu neh­men oder von Hand zu Hand wei­ter­zu­ge­ben (Absatz 94). Der Vati­kan sieht Gül­tig­keit und Wür­de der hei­ligs­ten Eucha­ris­tie gefähr­det, wenn die Mes­se an einem Tisch gefei­ert wird, in einem Raum, in dem sich Spei­sen befin­den oder im Kon­text eines gemein­sa­men Mahls (Absatz 77, 173). Der Pries­ter darf nicht gemein­sam mit der Gemein­de kom­mu­ni­zie­ren, son­dern muss dies allei­ne tun, „zu dem vom Mess­buch fest­ge­setz­ten Zeit­punkt“ (Absatz 97).

Die­se Bestim­mun­gen fin­de ich merk­wür­dig, denn sie wider­spre­chen der bibli­schen Über­lie­fe­rung. Jesus ermun­ter­te sei­ne Jün­ger, selbst zuzu­grei­fen: „Nehmt und esst!“ (Mt 26,26; Mk 14,22) Den Kelch reicht er ihnen mit den Wor­ten: „Nehmt den Wein und ver­teilt ihn unter­ein­an­der!“ (Lk 22,17) Das sag­te er wäh­rend einer Mahl­zeit. Als er an einem Tisch saß. Gemein­sam mit den Jün­gern.

Die letz­te Anwei­sung der vati­ka­ni­schen Instruk­ti­on lau­tet: „Etwai­ge ent­ge­gen­ste­hen­de Anord­nun­gen sind zu wider­ru­fen.“ (Absatz 186) Gilt das auch für den Auf­trag, den uns Jesus mit den Wor­ten „Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis“ gege­ben hat?

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