Denunzieren mit dem Segen der Kirche

Leserbrief zum Beitrag „Entschlossen gegen den Missbrauch“ über die
Instruktion „Redemptoris sacramentum“ · Neue KirchenZeitung, Nr. 18/2004, Seite 2

Im Früh­jahr 2004 ver­öf­fent­lich­te der Vati­kan die Instruk­ti­on „Redemp­tio­nis sacra­men­tum“ mit dem Unter­ti­tel „Über eini­ge Din­ge der hei­ligs­ten Eucha­ris­tie, die ein­zu­hal­ten und zu ver­mei­den sind“. Die Neue Kir­chen­Zei­tung stell­te die Instruk­ti­on vor und zitier­te eini­ge Stel­len. In mei­nem Leser­brief geht es spe­zi­ell um zwei Absät­ze aus dem Schluss der Instruk­ti­on, die von vie­len Kri­ti­kern als „Auf­ruf zur Denun­zia­ti­on“ ver­stan­den wird. Hier die bei­den Absät­ze im Ori­gi­nal­text:

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Zum Verbot der Interkommunion

Leserbrief zu einem Beitrag über das Verbot der Interkommunion
Neue KirchenZeitung, Januar 2004

„Nehmt und esst alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hin­ge­ge­ben wird.“ Scha­de, dass sich Chri­stus beim letz­ten Abend­mahl so undeut­lich aus­drück­te. Viel­leicht könn­te die­se Stel­le bei der nächs­ten Lit­ur­gie­re­form prä­zi­ser for­mu­liert wer­den: „Das ist mein Leib, der für euch Katho­li­ken hin­ge­ge­ben wird.“ Das wür­de eine Men­ge Miss­ver­ständ­nis­se ver­mei­den.

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Die Kommunion – „kein einklagbares Recht“?

Offener Brief an Kardinal Gerhard Ludwig Müller

16. Juli 2014
Der Prä­fekt der vati­ka­ni­schen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nal Ger­hard Lud­wig Mül­ler, schließt eine Zulas­sung von wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen zur Kom­mu­ni­on wei­ter aus. In einem Gespräch mit dem Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst (epd) beton­te der obers­te katho­lische Glau­bens­wäch­ter, die Kom­mu­ni­on sei „kein ein­klag­ba­res Recht“.
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Sehr geehr­ter Herr Mül­ler,

wenn die Kir­che das Geschenk und Ver­mächt­nis Jesu Chris­ti nicht in sei­nem Sin­ne ver­wal­tet, dann sind die Gläu­bi­gen durch­aus berech­tigt, ihr Recht ein­zu­kla­gen.

Jesus hat zum letz­ten Abend­mahl alle sei­nen Jün­ger ein­ge­la­den. Er schloss selbst Petrus nicht aus, von dem er wuss­te, dass er ihn fei­ge ver­leug­nen wür­de, auch Judas nicht, von dem er wuss­te, dass er ihn an die Hohen­pries­ter aus­lie­fern wür­de.

Auch sonst war Jesus nicht bekannt dafür, Bedürf­ti­ge aus­zu­schlie­ßen:

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