Leserbriefe

Schlechte Argumente gegen Homosexualität

Leserbrief zum Beitrag „Objektiv ungeordnet“
Neue KirchenZeitung, Nr. 32/2003, Seite 4

Die „Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re“ ver­öf­fent­lich­te ein Doku­ment zum The­ma Homo­se­xua­li­tät (mei­nes Wis­sens unter dem Titel „Erwä­gun­gen zu den Ent­wür­fen einer recht­li­chen Aner­ken­nung der Lebens­ge­mein­schaf­ten zwi­schen homo­se­xu­el­len Per­so­nen“). Es mag ja gute Grün­de gegen Homo­se­xua­li­tät geben – in die­sem Doku­ment (so wie es in der Kir­chen­Zei­tung ver­öffentlicht wur­de) stan­den sie jeden­falls nicht. Dort wur­den nur drei Argu­men­te genannt, die spie­lend zu wider­legen sind.

1. Der Vati­kan schreibt, homo­se­xu­el­le Bezie­hun­gen ver­stie­ßen gegen das natür­li­che Sit­ten­ge­setz, denn bei homo­se­xu­el­len Hand­lun­gen blei­be „die Wei­ter­ga­be des Lebens beim Geschlechts­akt“ aus­ge­schlos­sen. Sie sei­en in kei­nem Fall zu bil­li­gen. Aber die­ses Kri­te­ri­um gilt genau­so für jede Art der Emp­fäng­nis­ver­hü­tung (ein­schließ­lich der vom Vati­kan gestat­te­ten „natür­li­chen Fami­li­en­pla­nung“): Die Wei­ter­ga­be des Lebens beim Geschlechts­akt bleibt aus­ge­schlos­sen. Eben­so bleibt bei Paa­ren, die trotz Unfrucht­bar­keit oder Meno­pau­se Geschlechts­ver­kehr haben, die Wei­ter­ga­be des Lebens aus­ge­schlos­sen. Ist das auch „in kei­nem Fall zu bil­li­gen“?

2. Der Vati­kan schreibt, Kin­dern in gleich­ge­schlecht­li­chen Lebens­ge­mein­schaf­ten feh­le die Erfah­rung der Mut­ter­schaft oder der Vater­schaft. Das tue die­sen Kin­dern Gewalt an und sei „gewiss schwer­wie­gend unsitt­lich“. Gilt das auch für die rund zwei­ein­halb Mil­lio­nen Kin­der in Deutsch­land, die in Fami­li­en mit nur einem Eltern­teil leben?

3. Der Vati­kan schreibt, homo­se­xu­el­le Lebens­ge­mein­schaf­ten sei­en nicht in der Lage, auf ange­mes­se­ne Wei­se die Fort­pflan­zung und den Fort­be­stand der Mensch­heit zu gewähr­leis­ten. Nein, natür­lich nicht – aber war­um soll­ten sie auch? Reicht es nicht, wenn sich die hete­ro­se­xu­el­len Paa­re um den Fort­be­stand der Mensch­heit küm­mern?

(Ich hät­te noch dar­auf hin­wei­sen sol­len, dass auch Pries­ter und Ordens­leu­te nicht in der Lage sind, „auf ange­mes­se­ne Wei­se die Fort­pflan­zung und den Fort­be­stand der Mensch­heit zu gewähr­leis­ten“…)

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