Schlechte Argumente gegen Homosexualität

Leserbrief zum Beitrag „Objektiv ungeordnet“
Neue KirchenZeitung, Nr. 32/2003, Seite 4

Die „Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re“ ver­öf­fent­lich­te ein Doku­ment zum The­ma Homo­se­xua­li­tät (mei­nes Wis­sens unter dem Titel „Erwä­gun­gen zu den Ent­wür­fen einer recht­li­chen Aner­ken­nung der Lebens­ge­mein­schaf­ten zwi­schen homo­se­xu­el­len Per­so­nen“). Es mag ja gute Grün­de gegen Homo­se­xua­li­tät geben – in die­sem Doku­ment (so wie es in der Kir­chen­Zei­tung ver­öffentlicht wur­de) stan­den sie jeden­falls nicht. Dort wur­den nur drei Argu­men­te genannt, die spie­lend zu wider­legen sind.

Read More

j j j

Fußwaschung – eine Demutsgeste?

fusswaschung

Bild: Glas­fens­ter von Max Rüe­di, Foto von Char­ly Ber­nas­co­ni (Wiki­me­dia)

Am Grün­don­ners­tag wird in vie­len Kir­chen die ritu­el­le Fuß­wa­schung voll­zo­gen. Sie erin­nert an das Letz­te Abend­mahl, als Jesus sei­nen Jün­gern zur Begrü­ßung die Füße wusch (sie­he Joh 13ff). Der Sohn Got­tes über­nahm die Arbeit, für die sonst Skla­ven oder Knech­te zustän­dig waren, um sei­ne Demut und die Bereit­schaft zum Die­nen zu zei­gen.

Das, was in vie­len Kir­chen und Kathe­dra­len geschieht, hat aber nicht mehr viel mit dem zu tun, was Jesus vor knapp zwei­tau­send Jah­ren vor­ge­macht hat. So zum Bei­spiel im Regens­bur­ger Dom:

Read More

j j j

Müssen sich Muslime von islamistischen Gewalttätern distanzieren?

Offener Brief an Bischof Rudolf Voderholzer


Der Regens­bur­ger Bischof Rudolf Voder­hol­zer hat kei­ne Ein­wän­de gegen mus­li­mi­sche Schüt­zen­kö­ni­ge in katho­li­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten.
Ein rich­ti­ger Voll­tref­fer wäre es aber nach den Wor­ten des Bischofs, wenn der neue Schüt­zen­kö­nig sei­ne dadurch erwor­be­ne Bekannt­heit nut­zen wür­de, um öffent­lich deut­lich zu machen: Der allein sinn­vol­le Gebrauch eines Gewehrs besteht dar­in, in einem Sport- oder Schüt­zen­ver­ein auf Schei­ben zu schie­ßen und nicht auf Men­schen.
Zugleich wür­de sich der Bischof wün­schen, dass der Schüt­zen­kö­nig ein sol­ches State­ment gera­de auch als Mus­lim abge­be. Dabei könn­te er sei­ne Glau­bens­brü­der und -schwes­tern auf­ru­fen, „sich ein­deu­tig von aller Gewalt und krie­ge­ri­scher Akti­on im Namen des Islam zu distan­zie­ren“. (KNA)

.
Sehr geehr­ter Herr Bischof Voder­hol­zer,

haben Sie einen kon­kre­ten Anlass zu der Ver­mu­tung, der mus­li­mi­sche Schüt­zen­kö­nig Mih­tat Gedik sei ein­ver­stan­den mit Gewalt und krie­ge­ri­schen Aktio­nen im Namen des Islam? Wenn ja, dann bit­te raus mit der Spra­che! Wenn nein, war­um soll er sich dann davon distan­zie­ren?

Was (außer der Tat­sa­che, dass sie dem Islam ange­hö­ren) ver­bin­det Herrn Gedik mit isla­mis­ti­schen Hass­pre­di­gern, Gewalt­tä­tern oder Ter­ro­ris­ten?

War­um soll sich jemand distan­zie­ren, wenn durch­ge­knall­te Anhän­ger der glei­chen Reli­gi­on im Namen die­ser Reli­gi­on Gewalt­ta­ten bege­hen? Muss ich mich als Christ auch stän­dig von jenen distan­zie­ren, die im Namen Chris­ti z.B. Brand­an­schlä­ge auf Abtrei­bungs­kli­ni­ken ver­üben? Oder von Anders Brei­vik, der sich selbst als hun­dert­pro­zen­ti­gen Chris­ten bezeich­ne­te und 77 Men­schen ermor­de­te? Oder von mei­ner Kir­che, die Jahr­hun­der­te lang die übels­ten Greu­el­ta­ten began­gen hat?

Mit Ihrem „Wunsch“ an Herrn Gedik erwe­cken Sie den Ein­druck, der Islam an sich – und nicht ein win­zi­ger Teil irre­ge­lei­te­ter Anhän­ger – sei (poten­ti­ell) gewalt­tä­tig. Inter­re­li­giö­sen Dia­log auf Augen­hö­he stel­le ich mir anders vor.

Mit freund­li­chen Grü­ßen
Klaus Kegebein

 

j j j

Harry-Potter-Fans sind die toleranteren Menschen

Psychologische Studie widerlegt Gabriele Kuby. Oder doch nicht?

 

Die katho­lisch-fun­da­men­ta­lis­ti­sche Publi­zis­tin Gabrie­le Kuby hat meh­re­re Bücher geschrie­ben über die Gefah­ren, die von Har­ry Pot­ter aus­ge­hen. In „10 Argu­men­te gegen Har­ry Pot­ter“ behaup­tet sie zum Bei­spiel:

Har­ry Pot­ter ist ein glo­ba­les Lang­zeit­pro­jekt zur Ver­än­de­rung der Kul­tur. Die Hemm­schwel­le gegen­über Magie wird in der jun­gen Genera­ti­on zer­stört. Damit drin­gen die Kräf­te in die Gesell­schaft ein, die das Chris­ten­tum einst über­wun­den hat.

Hog­warts, die Schu­le für Zau­be­rei und Hexe­rei, ist eine geschlos­se­ne Welt der Gewalt und des Grau­ens, der Ver­flu­chung und der Ver­he­xung, der Ras­sen­ideo­lo­gie und des Blut­op­fers, des Ekels und der Beses­sen­heit. Es herrscht eine Atmo­sphä­re stän­di­ger Bedro­hung, die sich auf den (jun­gen) Leser über­trägt.

Read More

j j j

Die Kirche gründet auf Jesus – nicht auf Paulus.

Offener Brief an Pfarrer Peter Moskopf


Am 28. Juni 2014 erschien in den Lübe­cker Nach­rich­ten in der Rubrik Wort zum Sonn­tag ein Bei­trag des katho­li­schen Pfar­rers Peter Moskopf aus Lübeck. Den woll­te ich so nicht ste­hen las­sen. Den fol­gen­den Brief hat­te ihm am 4. Juli geschickt. Eine Ant­wort habe ich bis­her lei­der nicht bekom­men.
.

Sehr geehr­ter Pfar­rer Moskopf,

ich habe Ihr „Wort zum Sonn­tag“ in den LN vom ver­gan­ge­nen Sonn­tag gele­sen. Dazu habe ich eini­ge Anmer­kun­gen.

Read More

j j j

Die Kommunion – „kein einklagbares Recht“?

Offener Brief an Kardinal Gerhard Ludwig Müller

16. Juli 2014
Der Prä­fekt der vati­ka­ni­schen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, Kar­di­nal Ger­hard Lud­wig Mül­ler, schließt eine Zulas­sung von wie­der­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen zur Kom­mu­ni­on wei­ter aus. In einem Gespräch mit dem Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst (epd) beton­te der obers­te katho­lische Glau­bens­wäch­ter, die Kom­mu­ni­on sei „kein ein­klag­ba­res Recht“.
.

Sehr geehr­ter Herr Mül­ler,

wenn die Kir­che das Geschenk und Ver­mächt­nis Jesu Chris­ti nicht in sei­nem Sin­ne ver­wal­tet, dann sind die Gläu­bi­gen durch­aus berech­tigt, ihr Recht ein­zu­kla­gen.

Jesus hat zum letz­ten Abend­mahl alle sei­nen Jün­ger ein­ge­la­den. Er schloss selbst Petrus nicht aus, von dem er wuss­te, dass er ihn fei­ge ver­leug­nen wür­de, auch Judas nicht, von dem er wuss­te, dass er ihn an die Hohen­pries­ter aus­lie­fern wür­de.

Auch sonst war Jesus nicht bekannt dafür, Bedürf­ti­ge aus­zu­schlie­ßen:

Read More

j j j

glo​ria​.tv – Shitstorming für Fortgeschrittene

gloria-tv

Wiki­pe­dia schreibt:

„Glo​ria​.tv ist eine Web­site katho­lisch-tra­di­tio­na­lis­ti­scher Aus­rich­tung, die als Video­por­tal und Inter­net­fern­se­hen betrie­ben wird. Gro­ße Tei­le der römisch-katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land und der Schweiz haben sich seit dem Jahr 2013 deut­lich von dem Por­tal distan­ziert bezie­hungs­wei­se ihre Mit­ar­beit oder Unter­stüt­zung been­det.“

Die Bewer­tung „katho­lisch-tra­di­tio­na­lis­tisch“ ist aller­dings eine arge Unter­trei­bung. Das war glo​ria​.tv viel­leicht vor eini­gen Jah­ren. Aber nach­dem das pseu­do­ka­tho­li­sche, rechts­ex­tre­me, juden-, schwu­len und aus­län­der­feind­li­che kreuz​.net nicht ganz frei­wil­lig off­line gegan­gen ist, hat sich glo​ria​.tv als eben­bür­ti­ger Nach­fol­ger erwie­sen. Es ist sicher sehr schwer, sich vor­zu­stel­len, was in den Köp­fen die­ser „katho­lisch-tra­di­tio­na­lis­ti­schen“ Men­schen vor sich geht, aber wenn man sich die Kom­men­ta­re zu fol­gen­dem Video anschaut, bekommt man viel­leicht eine lei­se Ahnung.

Read More

j j j

Judenwitze im Priesterseminar

Offener Brief an den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann

priesterseminar_wuerzburg

Es ging durch die Medi­en: Das Pries­ter­se­mi­nar Würz­burg hat zwei Semi­na­ris­ten wegen rechts­ra­di­ka­ler Äuße­run­gen raus­ge­wor­fen; über die Zukunft eines drit­ten wur­de noch nicht ent­schie­den. (Mehr Infor­ma­tio­nen fin­den Sie zum Bei­spiel hier und hier.) Eine kirch­li­che Unter­su­chungs­kom­mis­si­on wirft den Pries­ter­amts­an­wär­tern vor, sie hät­ten

• KZ-Wit­ze zur Unter­hal­tung erzählt,
• im Bier­kel­ler Hit­ler „imi­tiert und par­odiert“,
• den Hit­ler­gruß gezeigt,
• heim­lich ein Kon­zert der rech­ten Band „Frei.Wild“ besucht,
• im Spei­se­saal nach einem „Neger“ zum Abräu­men geru­fen.

So weit alles klar. Bis auf eine Äuße­rung von Bischof Hof­mann im Baye­ri­schen Rund­funk:

„Ich muss sagen, was ent­schei­dend mit ist, ob eine gewis­se Ein­sicht vor­han­den ist oder nicht, ob man sich sperrt. Und ich hat­te das Emp­fin­den, nein, das war nicht da.“

Read More

j j j

Das Kirchweihfest – und wie es hätte sein können

kirchweih

Ges­tern wur­de nach ein­jäh­ri­ger Reno­vie­rung die katho­lische Propstei­kir­che Herz Jesu in Lübeck ein­ge­weiht. Kei­ne Fra­ge – es war ein wür­di­ges, fei­er­li­ches Fest­hoch­amt, zele­briert vom Erz­bi­schof unter Mit­wir­kung von vier­zehn Pries­tern und Dia­ko­nen und vie­len Minis­tran­ten, musi­ka­lisch groß­ar­tig gestal­tet von drei Chö­ren, Solis­ten und Orches­ter, mit Gruß­wor­ten des Bür­ger­meis­ters und der evan­ge­li­schen Pröps­tin. Nein, es war wirk­lich ein gelun­ge­ner, groß­ar­ti­ger Got­tes­dienst. Und trotz­dem fehl­te mir etwas.
.
Read More

j j j

Kathpedia – das „katholische Wikipedia“


Kath­pe­dia ist eine Art Wiki­pe­dia für kir­chen­treue Katho­li­ken, die es nicht so genau wis­sen wol­len.

Neh­men wir zum Bei­spiel den Arti­kel über den Pries­ter Reto Nay. Der Bei­trag endet mit den Wor­ten:

Seit Dezem­ber 2006 ist er Seel­sor­ger in der Schwei­zer Pfar­rei Sedrun.
Er ist auch der Mit­be­grün­der der katho­li­schen Platt­form Glo­ria-TV.

Dass er bereits vor vier Wochen (u.a. wegen eines Bei­trags auf Glo­ria-TV, in dem katho­lische Bischö­fe mit Haken­kreu­zen abge­bil­det wur­den), von sei­ner Kir­chen­ge­mein­de ent­las­sen wur­de, dass er zwei Tage spä­ter von sei­nem Bischof sei­nes Amtes ent­ho­ben wur­de, dass er seit­dem unter­ge­taucht ist – das alles wird hier nicht erwähnt. Dabei wur­de der Arti­kel heu­te (am 18.04.2013) zuletzt über­ar­bei­tet… (Wenn Sie sich für die Details inter­es­sie­ren, lesen Sie über Reto Nay auf Wiki­pe­dia.)

Nach­trag:
Am 19.04.2013 – nur einen Tag nach mei­nem Blog-Ein­trag – hat Kath­pe­dia den Arti­kel über Reto Nay kom­plett gelöscht. Die ande­ren Bei­trä­ge (sie­he unten) exis­tie­ren immer noch. Genau­so unvoll­stän­dig wie zuvor.

Auch in ande­ren Fäl­len erweist sich Kath­pe­dia als ver­blüf­fend unin­for­miert (oder bes­ser: unin­for­mie­rend):

Read More

j j j