Fußwaschung – eine Demutsgeste?

fusswaschung

Bild: Glas­fens­ter von Max Rüe­di, Foto von Char­ly Ber­nas­co­ni (Wiki­me­dia)

Am Grün­don­ners­tag wird in vie­len Kir­chen die ritu­el­le Fuß­wa­schung voll­zo­gen. Sie erin­nert an das Letz­te Abend­mahl, als Jesus sei­nen Jün­gern zur Begrü­ßung die Füße wusch (sie­he Joh 13ff). Der Sohn Got­tes über­nahm die Arbeit, für die sonst Skla­ven oder Knech­te zustän­dig waren, um sei­ne Demut und die Bereit­schaft zum Die­nen zu zei­gen.

Das, was in vie­len Kir­chen und Kathe­dra­len geschieht, hat aber nicht mehr viel mit dem zu tun, was Jesus vor knapp zwei­tau­send Jah­ren vor­ge­macht hat. So zum Bei­spiel im Regens­bur­ger Dom:

Bischof Voder­hol­zer demons­trier­te sei­ne Demut, indem er in vol­lem Ornat eini­gen ver­dien­ten Frau­en und Män­nern aus einer ver­gol­de­ten (?) Kan­ne Was­ser über den Fuß goß – in eine ver­gol­de­te (?) Scha­le, die ein rechts neben ihm kni­en­der Lit­urg hielt, wäh­rend ein links von ihm kni­en­der Lit­urg mit einem blü­ten­wei­ßen Hand­tuch dar­auf war­te­te, den Fuß abtrock­nen zu kön­nen.

Ein Die­ner, der sich von rechts und links bedie­nen lässt?

Papst Fran­zis­kus mach­te alles selbst, er brauch­te kei­ne Die­ner oder Hel­fer, als er am ver­gan­ge­nen Grün­don­ners­tag (in einem schlich­ten Gewand, mit Plas­tik­kan­ne und -scha­le) zwölf jugend­li­chen Straf­ge­fan­ge­nen die Füße wusch und abtrock­ne­te.

Bischof Voder­hol­zer ver­mied es, die Füße zu berüh­ren (wie man im Video gut sehen kann). Papst Fran­zis­kus küss­te sie sogar.

Ges­ten der Demut – es gibt sone und sol­che…

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