Leserbriefe

Denunzieren mit dem Segen der Kirche

Leserbrief zum Beitrag „Entschlossen gegen den Missbrauch“ über die
Instruktion „Redemptoris sacramentum“ · Neue KirchenZeitung, Nr. 18/2004, Seite 2

Im Früh­jahr 2004 ver­öf­fent­lich­te der Vati­kan die Instruk­ti­on „Redemp­tio­nis sacra­men­tum“ mit dem Unter­ti­tel „Über eini­ge Din­ge der hei­ligs­ten Eucha­ris­tie, die ein­zu­hal­ten und zu ver­mei­den sind“. Die Neue Kir­chen­Zei­tung stell­te die Instruk­ti­on vor und zitier­te eini­ge Stel­len. In mei­nem Leser­brief geht es spe­zi­ell um zwei Absät­ze aus dem Schluss der Instruk­ti­on, die von vie­len Kri­ti­kern als „Auf­ruf zur Denun­zia­ti­on“ ver­stan­den wird. Hier die bei­den Absät­ze im Ori­gi­nal­text:

183. Alle haben ent­spre­chend den Mög­lich­kei­ten in ganz be­sonderer Wei­se dafür zu sor­gen, daß das hei­ligs­te Sakra­ment der Eucha­ris­tie vor jeder Art von Ehr­furchts­lo­sig­keit und Miß­ach­tung bewahrt wird und alle Miß­bräu­che voll­stän­dig kor­ri­giert wer­den. Dies ist für alle und für jeden ein­zel­nen eine sehr wich­ti­ge Auf­ga­be, und alle sind unge­ach­tet der Per­son zur Ver­wirk­li­chung die­ser Auf­ga­be gehal­ten.
184. Jeder Katho­lik, ob Pries­ter, Dia­kon oder christ­gläu­bi­ger Laie, hat das Recht, über einen lit­ur­gi­schen Miß­brauch beim Diö­ze­san­bi­schof oder beim zustän­di­gen Ordi­na­ri­us, der ihm recht­lich gleich­ge­stellt ist, oder beim Apos­to­li­schen Stuhl auf­grund des Pri­mats des Paps­tes Kla­ge ein­zu­rei­chen. Es ist aber ange­mes­sen, daß die Beschwer­de oder Kla­ge nach Mög­lich­keit zuerst dem Diö­ze­san­bi­schof vor­ge­legt wird. Dies soll immer im Geist der Wahr­heit und der Lie­be gesche­hen.

Die Gläu­bi­gen haben nicht nur das Recht, „über einen lit­ur­gi­schen Miss­brauch ... beim Diö­ze­san­bi­schof ... oder beim Apos­to­li­schen Stuhl auf­grund des Pri­mat des Paps­tes Kla­ge ein­zu­rei­chen“ (Absatz 184), son­dern sind nach Absatz 183 dazu sogar ver­pflich­tet („... alle sind unge­ach­tet der Per­son zur Ver­wirk­li­chung die­ser Auf­ga­be gehal­ten.“) Die recht­gläu­bi­gen Katho­li­ken vernehmen’s mit Freu­de. Wäh­rend den Beschwer­den über „unka­tho­li­sche“ Gedan­ken, Wor­te und Wer­ke des Gemein­de­pfar­rers bis­her der Geruch von Pet­ze­rei und Denun­zia­ti­on anhaf­te­te, kön­nen die Fun­da­men­ta­lis­ten in Zukunft selbst­be­wusst und offen auf­tre­ten – als papst­treue Chris­ten und Bewah­rer der hei­ligs­ten Eucha­ris­tie. Schon frü­her (bis 1945 bzw. bis 1990) gab es Leu­te, die mit einem Notiz­buch auf den Kni­en den Got­tes­dienst ver­folg­ten. Die brau­chen wir nicht mehr. Das kön­nen wir Katho­li­ken auch selbst …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *