Bischof Huonder und die Homosexualität

Offener Brief an Bischof Dr. Vitus Huonder (Chur / Schweiz)

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Beim dies­jäh­ri­gen Kon­gress „Freude am Glau­ben“, den das Forum Deut­scher Katho­li­ken ver­an­stal­tet hat, hielt der Bischof Huon­der einen Vor­trag über Ehe und Fami­lie, den Sie hier nach­le­sen kön­nen. Darin sagte er:

Lev 18,22; 20,13
Du darfst nicht mit einem Mann schla­fen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel.“
„Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräu­el­tat began­gen; beide wer­den mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kom­men.“
Die bei­den Texte legen mit wei­te­ren ande­ren Stel­len der Hei­li­gen Schrift, ins­be­son­dere im Buch Levi­ti­kus, die gött­li­che Ord­nung vor, wel­che für den Umgang mit der Sexua­li­tät gilt.

 

Sehr geehr­ter Herr Bischof Huon­der!

Ich finde es inter­es­sant, dass Sie die bei­den Verse aus dem drit­tem Buch Mose für Teil der „gött­li­chen Ord­nung“ hal­ten. Wie sieht es mit den ande­ren Ver­sen aus?

  • In Lev 15,19ff heißt es, dass eine Frau in der Mens­trua­tion sie­ben Tage lang unrein ist, „wer sie berührt, ist unrein“.
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit Frauen gilt?
  • In Lev 19,26 heißt es: „Ihr sollt euer Kopf­haar nicht rundum abschnei­den. Du sollst dei­nen Bart nicht stut­zen.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für die männ­li­che Kör­per­pflege gilt?
  • In Lev 20,9 heißt es: „Wenn ihr die Ernte eures Lan­des ein­bringt, sollt ihr das Feld nicht bis zum äußers­ten Rand abern­ten.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für die Land­wirt­schaft gilt?
  • In Lev 20,27 heißt es: „Män­ner oder Frauen, in denen ein Toten- oder ein Wahr­sa­ge­geist ist, sol­len mit dem Tod bestraft wer­den.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit Spi­ri­tis­ten gilt?
  • In Lev 21,16ff heißt es, dass nie­mand mit einem Gebre­chen Pries­ter wer­den kann, „kein Blin­der oder Lah­mer, kein im Gesicht oder am Kör­per Ent­stell­ter, kein Mann, der einen gebro­che­nen Fuß oder eine gebro­chene Hand hat, kei­ner mit Buckel, Mus­kel­schwund, Augen­star, Krätze, Flechte oder Hoden­quet­schung.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit Pries­ter­amtskan­di­da­ten gilt?
  • In Lev 25,44 heißt es: „Die Skla­ven und Skla­vin­nen, die euch gehö­ren sol­len, kauft von den Völ­kern, die rings um euch woh­nen; von ihnen könnt ihr Skla­ven und Skla­vin­nen erwer­ben.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit Aus­län­dern gilt?
  • In Ex 21,7 heißt es: „Wenn einer seine Toch­ter als Skla­vin ver­kauft hat, soll sie nicht wie andere Skla­ven ent­las­sen wer­den.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit unse­ren Töch­tern gilt?
  • In Ex 21,17 heißt es: „Wer sei­nen Vater oder seine Mut­ter ver­flucht, wird mit dem Tod bestraft.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit unse­ren Eltern gilt?

Wenn Sie diese Fra­gen ver­nei­nen: Woher neh­men Sie die Gewiss­heit, dass aus­ge­rech­net Levi­ti­kus  18,22 und 20,13 noch heute für uns Maß­stab sein sol­len?

Auf ein Ant­wort bin ich sehr gespannt.

Mit freund­li­chen Grü­ßen
Klaus Kegebein

 

admin 08.08.2015 Allgemein Keine Kommentare Trackback URI Kommentare RSS

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