Rudolf Voderholzer über Islam und Judentum

Die Voderholz’sche Theologie zuende gedacht

Rudolf Voder­hol­zer, Bischof von Regens­burg, pre­dig­te am Pfingst­sonn­tag 2016 beim 67. Sude­ten­deut­schen Tag in Nürn­berg über die Gemein­sam­kei­ten von Chris­ten­tum, Juden­tum und Islam, beson­ders aber über die Unter­schie­de – jeden­falls die Unter­schie­de zwi­schen Chris­ten­tum und Islam. Dabei begeht er einen klei­nen Denk­feh­ler.

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Kardinal Müller: Theologen müssen sich dem Lehramt unterordnen

Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Theologen müssen sich dem Lehramt unterordnen

Offener Brief an Kardinal Gerhard Ludwig Müller
Präfekt der Glaubenskongregation

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Wie­der ein­mal erklär­te Kar­di­nal Mül­ler, dass sich die Theo­lo­gie­pro­fes­so­ren dem Lehr­amt der Kir­che – also Bischö­fen und Papst – unter­ord­nen müss­ten. Auf den Sei­ten des Inter­net­por­tals dom​ra​dio​.de heißt es:

„Das Lehr­amt der Bischö­fe und des Paps­tes ist unmit­tel­bar von Chris­tus ein­ge­setzt“, sag­te Kar­di­nal Mül­ler im Inter­view mit dom​ra​dio​.de. (...)
In der aka­de­mi­schen Theo­lo­gie, erklär­te Mül­ler, sei die mensch­li­che Ver­nunft Urhe­be­rin einer Leh­re. Dies kön­ne man nicht auf die glei­che Ebe­ne stel­len wie das Wort Got­tes, das von der mensch­li­chen Ver­nunft ergrün­det wer­den wol­le.

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Sehr geehr­ter Herr Kar­di­nal Mül­ler,

Ihre Argu­men­ta­ti­on kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Zunächst ein­mal ist mir unbe­kannt, dass Chris­tus das Lehr­amt der Bischö­fe und des Paps­tes ein­ge­setzt hät­te. In der mir vor­lie­gen­den Bibel ver­liert Jesus kein Wort über ein Lehr-, Bischofs- oder Papst­amt oder über eine (insti­tu­tio­nel­le) Kir­che. Kein Wun­der – schließ­lich ent­wi­ckel­te sich das Bischofs­amt erst ganz all­mäh­lich ab dem 2. Jahr­hun­dert. (Bis dahin wur­den die früh­kirch­li­chen Gemein­den kol­le­gi­al durch Gemein­de­äl­tes­te gelei­tet.) Und ein Papst­amt als Ober­haupt der gesam­ten (West-)Kirche gibt es erst seit dem 9. Jahr­hun­dert (Vier­tes Kon­zil von Kon­stan­ti­no­pel, 879/880). (Sie­he auch: „Anmer­kun­gen zum Petrus­amt“, Nr. 53ff)

Aber ich muss gar nicht so weit in die Ver­gan­gen­heit gehen: Im Jah­re 1864 bezeich­ne­te Papst Pius IX. (dem wir auch das Dog­ma der päpst­li­chen Unfehl­bar­keit ver­dan­ken und der im Jah­re 2000 von Johan­nes Paul II selig gespro­chen wur­de) in der Enzy­kli­ka Quan­ta Cura die Reli­gi­ons- und Gewis­sens­frei­heit als „Wahn­sinn“:

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Bischof Huonder und die Homosexualität

Offener Brief an Bischof Dr. Vitus Huonder (Chur / Schweiz)

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Beim dies­jäh­ri­gen Kon­gress „Freu­de am Glau­ben“, den das Forum Deut­scher Katho­li­ken ver­an­stal­tet hat, hielt der Bischof Huon­der einen Vor­trag über Ehe und Fami­lie, den Sie hier nach­le­sen kön­nen. Dar­in sag­te er:

Lev 18,22; 20,13
Du darfst nicht mit einem Mann schla­fen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräu­el.“
„Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräu­el­tat began­gen; bei­de wer­den mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kom­men.“
Die bei­den Tex­te legen mit wei­te­ren ande­ren Stel­len der Hei­li­gen Schrift, ins­be­son­de­re im Buch Levi­ti­kus, die gött­li­che Ord­nung vor, wel­che für den Umgang mit der Sexua­li­tät gilt.

 

Sehr geehr­ter Herr Bischof Huon­der!

Ich fin­de es inter­es­sant, dass Sie die bei­den Ver­se aus dem drit­tem Buch Mose für Teil der „gött­li­chen Ord­nung“ hal­ten. Wie sieht es mit den ande­ren Ver­sen aus?

  • In Lev 15,19ff heißt es, dass eine Frau in der Mens­trua­ti­on sie­ben Tage lang unrein ist, „wer sie berührt, ist unrein“.
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit Frau­en gilt?
  • In Lev 19,26 heißt es: „Ihr sollt euer Kopf­haar nicht rund­um abschnei­den. Du sollst dei­nen Bart nicht stut­zen.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für die männ­li­che Kör­per­pfle­ge gilt?
  • In Lev 20,9 heißt es: „Wenn ihr die Ern­te eures Lan­des ein­bringt, sollt ihr das Feld nicht bis zum äußers­ten Rand abern­ten.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für die Land­wirt­schaft gilt?
  • In Lev 20,27 heißt es: „Män­ner oder Frau­en, in denen ein Toten- oder ein Wahr­sa­ge­geist ist, sol­len mit dem Tod bestraft wer­den.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit Spi­ri­tis­ten gilt?
  • In Lev 21,16ff heißt es, dass nie­mand mit einem Gebre­chen Pries­ter wer­den kann, „kein Blin­der oder Lah­mer, kein im Gesicht oder am Kör­per Ent­stell­ter, kein Mann, der einen gebro­che­nen Fuß oder eine gebro­che­ne Hand hat, kei­ner mit Buckel, Mus­kel­schwund, Augen­star, Krät­ze, Flech­te oder Hoden­quet­schung.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit Pries­ter­amtskan­di­da­ten gilt?
  • In Lev 25,44 heißt es: „Die Skla­ven und Skla­vin­nen, die euch gehö­ren sol­len, kauft von den Völ­kern, die rings um euch woh­nen; von ihnen könnt ihr Skla­ven und Skla­vin­nen erwer­ben.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit Aus­län­dern gilt?
  • In Ex 21,7 heißt es: „Wenn einer sei­ne Toch­ter als Skla­vin ver­kauft hat, soll sie nicht wie ande­re Skla­ven ent­las­sen wer­den.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit unse­ren Töch­tern gilt?
  • In Ex 21,17 heißt es: „Wer sei­nen Vater oder sei­ne Mut­ter ver­flucht, wird mit dem Tod bestraft.“
    Ist das die gött­li­che Ord­nung, wel­che für den Umgang mit unse­ren Eltern gilt?

Wenn Sie die­se Fra­gen ver­nei­nen: Woher neh­men Sie die Gewiss­heit, dass aus­ge­rech­net Levi­ti­kus  18,22 und 20,13 noch heu­te für uns Maß­stab sein sol­len?

Auf ein Ant­wort bin ich sehr gespannt.

Mit freund­li­chen Grü­ßen
Klaus Kegebein

 

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Gott mag Ökumene nur montags bis samstags

Leserbrief zum Beitrag „Vorabendmesse und ökumenischer Gottesdienst“
Neue KirchenZeitung, Nr. 20/2007, Seite 6

In der Rubrik „Anfra­ge“ ging es um das The­ma öku­me­ni­sche Sonn­tags­got­tes­diens­te. Autor der Anfra­ge war Ste­fan Alt­mann aus Darm­stadt, der mir schon öfter durch fun­da­men­ta­lis­ti­sche Leser­brie­fe auf­ge­fal­len ist.

In mei­ner lai­en­haf­ten Nai­vi­tät bin ich bis­her davon aus­ge­gan­gen, dass Gott sich freut, wenn Chris­ten unter­schied­li­cher Kon­fes­si­on gemein­sam Got­tes­dienst fei­ern: „ein Leib und ein Geist … ein Herr, ein Glau­be, eine Tau­fe, ein Gott und Vater aller“ (Eph 4,4). Nun ler­ne ich von der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, dass Gott sich nur mon­tags bis sams­tags dar­über freut. Sonn­tags ist es Gott – oder der Bischofs­konferenz – wich­ti­ger, dass wir pflicht­ge­mäß römisch-katho­lisch Got­tes­dienst fei­ern. Natür­lich ohne unse­re evange­lischen Glau­bens­ge­schwis­ter.

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Sacramentum Caritatis: Beten in toter Sprache

Leserbrief zum Apostolischen Schreiben „Sacramentum Caritatis“
Neue KirchenZeitung, Nr. 12/2007, Seite 2, 6 und 13

Als am Pfingst­tag die Men­schen vom Hei­li­gen Geist erfüllt wur­den, konn­te jeder sie ver­ste­hen: die Par­ther, Meder, Ela­mi­ter und wer nicht alles ... Jetzt emp­fiehlt der Papst, das Hoch­ge­bet wie­der in Latein zu hal­ten, einer toten Spra­che, die nur weni­ge Alt­sprach­ler ver­ste­hen. Die übri­gen Gläu­bi­gen sol­len „ange­lei­tet wer­den, die all­ge­meins­ten Gebe­te in Latein zu ken­nen“, sprich: aus­wen­dig zu ler­nen. „An ihnen erfüllt sich die Weis­sa­gung Jesa­jas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht ver­ste­hen.“ (Mt 13,14)

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donum vitae „außerhalb der katholischen Kirche“?

Leserbrief zum Beitrag „Donum Vitae weiter ausgegrenzt“
Neue KirchenZeitung, Nr. 12/2007 · Seite 4

In einer recht kur­zen Mel­dung erwähn­te die Neue Kir­chen­Zei­tung, dass der Vati­kan die Gläu­bi­gen jetzt auf­ge­ru­fen habe, auf jeg­li­che Form der Unter­stüt­zung für donum vitae zu ver­zich­ten.

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Der Knall des Don Reto Nay

Der Sedru­ner Pries­ter Reto Nay (Mit­be­grün­der und akti­ver Mit­ar­bei­ter des ultra­ka­tho­li­schen Video­por­tals glo​ria​.tv) wur­de zwar schon 2013 von sei­ner Kirch­ge­mein­de frist­los ent­las­sen, von sei­nem Bischof Huon­der exkar­di­niert und ist seit­her unter­ge­taucht, aber er ver­öf­fent­licht wei­ter­hin flei­ßig Pre­dig­ten und Exege­sen auf glo​ria​.tv.

Neu­gie­rig, wie ich manch­mal bin, habe ich in sei­nen aktu­el­len „Vor­trag über das 22. Kapi­tel der Offen­ba­rung des Johan­nes (Apo­ka­lyp­se)“ rein­ge­schaut. Es ist durch­aus inter­es­sant (wenn auch nicht nach­voll­zieh­bar), wie er ver­sucht, in die­sem Bibel­text die Beschrei­bung der Hei­li­gen Eucha­ris­tie zu fin­den.

Vor­läu­fi­ger Höhe­punkt des Vor­trags war fol­gen­des Zitat (ab 9:52 min):

„Die Mes­se ist wie in Bohr­ham­mer, der sich in die Erde hin­ein­frisst und immer tie­fer hin­ein dringt, immer mehr zer­stört, immer mehr ver­nich­tet, bis er auf die Höl­le trifft. Und dort kommt es zum gro­ßen Knall, zur gro­ßen Explo­si­on.“

Ah ja. Gut zu wis­sen.

Zum Rest des Vor­trags kann ich nichts sagen. Mehr woll­te ich mir nicht antun.

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Glutenfreie Hostien „keine gültige Materie“?

Leserbrief zur Anfrage „Kommunionempfang für Gluten-Allergiker?“
Neue KirchenZeitung, Nr. 41/2006, Seite 6

In der Rubrik „Anfra­ge“ der letz­ten Aus­ga­be der Neu­en Kir­chen­Zei­tung ging es um Glu­ten-All­er­gi­ker (Zölia­kier), die auf bestimm­te Getrei­de­ar­ten – zum Bei­spiel den Wei­zen in Hos­ti­en – all­er­gisch reagie­ren.

Sie schrei­ben, die römi­sche Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on erken­ne Hos­ti­en ohne Wei­zen­mehl nicht als „eucha­ris­ti­sche Mate­rie“ an. Aller­dings hät­ten die deut­schen Bischö­fe bereits 1996 ver­an­lasst, eigens sol­che Hos­ti­en her­zu­stel­len, die einen gesund­heit­lich unbe­denk­li­chen Rest­ge­halt einer spe­zi­el­len Wei­zen­stär­ke ent­hal­ten und des­halb von All­er­gi­kern ein­ge­nom­men wer­den kön­nen. In einer Bene­dik­ti­ne­rin­nen­ab­tei bei Güters­loh wür­den die­se „glu­ten­frei­en“ Hos­ti­en her­ge­stellt.

Ich fin­de es gut, dass sich Bischö­fe, Öko­tro­pho­lo­gen und Bene­dik­ti­ne­rin­nen bemü­hen, Zölia­kie-Kran­ken die Teil­nah­me an der Kom­mu­ni­on zu ermög­li­chen. Lei­der ist das nicht mehr zuläs­sig.

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